Bei der Jahresabschluss- und Weihnachtsfeier des TSV Schnaitsee brach Vorstand Günter Verbega eine Lanze für das Ehrenamt im Sport. „Überall liest man von Unregelmäßigkeiten und Betrug im „großen“ Sport. Wo sollen da noch Vorbilder für unseren Nachwuchs sein. Wir müssen uns auf das Wesentliche rück besinnen. Dem ehrlichen Sport auf regionale Ebene muss eine Chance gegeben werden.“ Gerade auf dieser Ebenen lobte der Vorstand die unbedingt nötige Zusammenarbeit des Vereins und seiner Funktionäre mit den heimischen Sponsoren und der Gemeinde.
Als eine der herausragenden Personen in puncto Ehrenamt nannte Verbega die Turnleiterin Elisabeth Liebold. Für 20-jährigen unermüdlichen Einsatz erhielt sie eine besondere Ehrung. Auch die Meistermannschaft der Tischtennisjugend erhielt ein Geschenk.
Zuvor hatte Karl Hopf in einer Präsentation den vielen anwesenden Gästen den facettenreichen TSV vorgestellt. „Rund 320 Kinder und Jugendliche werden das ganze Jahr über betreut. Dabei werden rund 9500 rein ehrenamtliche Stunden abgeleistet. Wenn man diese Stunden mit einem sehr niedrigen Satz von 2,50 Euro berechnet, werden allein dadurch etwa 23000 Euro für das Wohl des Nachwuchses erbracht. Dazu kommen noch etwa 9000 Euro, die von den sowieso schon ehrenamtlich tätigen Übungsleitern und Funktionären aus eigenen Tasche bezahlt werden.“ Hopf führte weiter aus, dass die Sportstätten des TSV, ob nun die Plätze oder die Halle immer voll belegt sind. „Dieses ist ein untrügliches Zeichen für die Aktivitäten im Verein.“ Mit Bildern aus gut acht Jahrzehnten Vereinsgeschehen würzte Hopf seinen, mehrmals durch spontanen Applaus unterbrochenen Vortrag.
Den Auftakt bei der TSV-Feier machten die Fuß- und Volleyballer mit einer Weihnachtstrilogie. Eric Löffelmann, Simon Edlmann und Thomas Schmidinger zeigten die Absurdität, wie sich ein Reporterteam auf der Suche nach alten Weihnachtsbräuchen von einem „Original“ jeden Schmarrn erzählen ließ. Verena Lamprecht, Franziska Schederecker und Sophia Lamprecht zeigten die, ach so idyllische Bescherung in einer kleinen Familie. „Hauptsach is, dass d´Würscht net zreißt.“
Den Glanz- und Schlusspunkt der Trilogie setzte Florian Fraitzl, der in einem Solostück seine Gedanken beim Besuch der Christmette mitteilte. „Wo soin do christliche Gedanken herkemma, wenn ma koan Plotz hot, wei de mir an Sitzplotz wegnehman, de sowieso jeden Sunda do herin sitzen. Do geh i oamoi im Jahr in Kircha und mua steh.“ Tosender Applaus der Gäste in dem aus alle Nähten platzenden „Wirth-Saal“ zeigte, dass sich Regisseur Josef Unterforsthuber, der auch diese drei Stücke einstudiert hatte, keine Gedanken um den Nachwuchs der Theatergemeinschaft machen muß. Der humoristische Höhepunkt der Feier stand aber noch aus.
Der himmlische Gmoaschreiber Fan Schluck wußte alle Pannen aus dem letzten Vereinsjahr. So will er die Gründung einer Selbsthilfegruppe für, von unausgeräumten Sporttaschen bedrohte Eltern der Seniorenmannschaft unterstützen Besonders auf die Schippe nahm er die Turnriege der Damen: „Die jüngste Turnerin ist vom Teeniealter so weit entfernt wie 1860 von der Deutschen Meisterschaft.“ Er wußte praktisch alles und jedem, dem im letzten Jahr ein Mißgeschick passierte, las er die Leviten.
Lisa Plank und Christina Blank, sowie Sabrina Wenzl und Anna Reiter untermalten den Abend mit ihren Blasinstrumenten und adventlichen Liedern. Alle Trainer wurden von ihren Teams beschenkt und zum Abschluß sorgte die Tombola, bei der jedes Los den Namen des Gewinners trägt, für Spannung. Anna-Lena und Antonia waren die Glücksfeen und griffen für den einen genau an die richtige Stelle und für den anderen wieder einmal daneben.