Hohe Priorität für die Jugendarbeit auf der einen, hohe Kosten dafür auf der anderen Seite: Das Thema Finanzen beschäftigte den TSV Schnaitsee bei seiner Hauptversammlung.
“Die Arbeit für die Jugend durch unsere zahlreichen Mitarbeiter kann in der Wertigkeit nicht hoch genug eingeschätzt werden”, unterstrich der Vorsitzende des TSV, Günter Verbega, bei der Hauptversammlung im TSV-Sportheim. Auch Bürgermeister Vitus Pichler lobte die hervorragenden Leistungen zum Wohle der jüngsten Gemeindebürger im TSV. Kassier Sebastian Schederecker zeigte die Kehrseite auf: Die Anforderungen würden nicht nur im Bereich der Betreuung immer höher, sondern der hohe Anteil an jugendlichen Aktiven verschlinge auch immer mehr an finanziellen Reserven.
Jugendleiter Roland Ederer stellte eine einfache Rechnung auf: “15 Spieler einer Fußballmannschaft bringen 150 Euro Beitrag, aber allein schon die Schiedsrichterkosten und die Passanträge kosten das Doppelte.”
Auf keinen Fall soll aber die Familienpauschale angehoben werden. Nach ausgiebiger Diskussion um die Anpassung der Vereinsbeiträge vertagte die Versammlung die Entscheidung auf den Herbst.
In seinem Bericht erinnerte Verbega noch einmal an die kostenintensiven Bauten von Turnhalle und Fußballplatz. “Nach diesen Investitionen müssen wir jetzt einige Zeit richtig sparen. Die Festigung unserer Finanzlage hat absolute Priorität. Die Ausgaben für die Betriebskosten steigen ständig.” In diesem Zusammenhang hob der Vorsitzende die Unterstützung durch die Gemeinde und von vielen Schnaitseer Firmen hervor.
Da war es nicht verwunderlich, dass der Kassenbericht von Sebastian Schederecker alles andere als rosig ausfiel. Aber wie sein Finanzplan eröffnete, wird in einigen Jahren wieder erheblich mehr Luft für nötige Investitionen sein. Das Flutlicht am Hauptplatz und die Sanierung am Ausweichplatz müssen da wohl noch warten. Mit über 1100 Mitgliedern ist der TSV der größte Verein im Gemeindegebiet.
Ein weiteres Sorgenkind ist die Vereinsfahne. Diese ist nach fast 50 Jahren verschlissen. Ein Kostenangebot zur Renovierung beläuft sich auf rund 3200 Euro. Spontan spendete Franz Rieperdinger einen Hunderter für die Fahne. Damit gab er den Anstoß für eine erste Spendenwelle. Auch Vitus Pichler, Günter Verbega und Turnchefin Elisabeth Liebold gaben spontan dieselbe Summe.
Schnell und einfach verliefen die Neuwahlen. Keiner der Verantwortlichen verlässt das TSV-Schiff. Vorsitzender bleibt Günter Verbega, Georg Edlmann Stellvertreter, Sebastian Schederecker Kassier, Claudia Irl Schriftführerin, Roland Ederer Jugendleiter, die Kassenprüfer sind Martin Oberbauer und Rudi Lee.
Aus den Abteilungen berichteten die jeweiligen Vertreter. Die Turner entwickeln sich demnach sehr positiv. Neben dem vorhandenen Angebot wird seit einiger Zeit auch Salsa-Aerobic ausgeübt. Damit kommen auch wieder jüngere Turnerinnen zum Verein. Immer voll ist die Halle beim Kinderturnen. Beim Damenvolleyball gab es einen Wechsel in der Abteilungsleitung. Tine Erdlen hat Yvonne Hopf abgelöst. Sie berichtete von einer steten Steigerung. Auch das Beachvolleyball soll heuer forciert werden.
Ski- und Snowboard-Chef Karl Hopf nannte den Kurztriathlon als absoluten Höhepunkt im letzten Jahr. Nicht ganz so gut verlief es im Winter. Der Skibasar war nicht ganz so gut wie vorgestellt und auch der Ski- und Snowboardkurs konnte mangels Anmeldungen nicht durchgeführt werden. “Der Trend geht immer mehr zum Langlauf.”
Seit Jahren ist der Bericht von Tischtennischef Georg Edlmann von Meisterschaften gekrönt. Auch im letzten Jahr erreichte das Jugendteam den Aufstieg. Damit spielt der Nachwuchs in der zweiten Bezirksliga, der höchsten, in der jemals eine Mannschaft aus Schnaitsee gespielt hatte. In der laufenden Saison ist der TSV mit einer Jugend- und zwei Herrenmannschaften im Spielbetrieb.
Fußball-Jugendleiter Bernhard Lamprecht konnte zwar nicht von Meisterschaften berichten, aber dafür von einem ungebrochenen Zulauf an jungen Fußballern. “Heuer haben wir zehn Mannschaften mit über 120 Kindern und Jugendlichen.” Bei den Herrenteams, so Abteilungsleiter Manfred Heistracher, gab es in der laufenden Saison einen Trainerwechsel. Auf Hannes Huber folgte mit Jürgen Edlmann wieder ein Eigengewächs. Derzeit ist der sportliche Verlauf allerdings nicht zufriedenstellend.
Zum Abschluss stellte Bürgermeister Pichler noch einige Vorschläge zur Gestaltung des Gehweges entlang des Sportplatzes vor. Dabei fand die Planung, den Gehsteig innerhalb der Platzabgrenzung verlaufen zu lassen nicht viele Freunde. Die Meinung geht eher dahin, die jetzige Hecke zu entfernen, auf deren Platz den Gehsteig zu bauen und zum Fußballplatz hin deutlich abzugrenzen.