Wir sagen „Vergelt’s Gott Ufo!“

Am vergangenen Sonntag ist unser Josef „Ufo“ Unterforsthuber im Alter von 71 Jahren von uns gegangen. Die Beisetzung findet am Dienstag, den 17. März, um 18:30 Uhr statt. Die Beerdigung ist am Donnerstag, den 19. März. Zuvor beginnt um 14:00 Uhr ein Gottesdienst in der Schnaitseer Pfarrkirche.

Die Vorstandschaft schlägt vor, dass alle TSV-Mitglieder in unseren roten TSV-Jacken zur Beerdigung erscheinen, um unserem stets lebensfrohen und besonderen „Ufo” die letzte Ehre zu erweisen. Wir sind sicher, dass er sich darüber sehr gefreut hätte.

Mit Ufo verlieren wir einen festen Bestandteil unseres Sportvereins, einen verlässlichen Freund und eine Stimme, die unserem Verein ein Gesicht gegeben hat. Wir werden ihn in unseren Gedanken behalten und sind ihm dankbar für alles, was er für unseren TSV geleistet hat. Ruhe in Frieden.

Im Folgenden hat Josef Schluck, sein langjähriger Weggefährte, Ufos Geschichte beim TSV niedergeschrieben.


Unser UFO und sein TSV Schnaitsee

Abschiedsgedanken

Am vergangenen Sonntag ist unser „UFO“ Josef Unterforsthuber verstorben, eine prägende Person, ein prägender Mensch unseres TSV Schnaitsee.

Eine statistische Aufarbeitung von Ufos Leben und Wirken im TSV soll hier nun nicht erfolgen, ein Blick auf den Menschen Ufo in unserem Verein ist das Ziel, samt Erzählungen.

Als Spieler, Trainer, Funktionär und letztendlich als Häuslwirt war er in Schnaitsee und in der Region allseits bekannt, geschätzt, beliebt, aber während der letzten 5 Jahrzehnte so manchmal auch kritisch beäugt.

„Einer wie ich“ – diesen Titel trägt eine frühe Biographie über Franz Beckenbauer.

„Einer wie ich“ – das könnte auch unseren Ufo beschreiben!

Selbstverständlich nicht fußballerisch und auch nicht bezüglich einer „unanfechtbaren, kaiserlichen Lichtgestalt“!!

Aber der Ufo war eine funkelnde, schillernde und dauerhaft präsente Figur in unserem TSV. Schon in jungen Jahren ist er mit einem unerschütterlich scheinenden Selbstbewusstsein aufgetreten, nicht in Überheblichkeit umschlagend, sondern nach dem Motto: „I kon des scho und zwar richtig guat!“.

Kaum mit 18 Jahren der Fußballjugend entwachsen, hat er auch gleich selbst das Training und die Betreuung der TSV-Jugend übernommen, also in der Saison ´73/´74!

Erläuterung: Früher – bis Mitte der ´70-er-Jahre – gab es in den Vereinen nur „Schülermannschaften“ bis 14 Jahre und „Jugendmannschaften“ von 14 bis 18 Jahre!

Besagte Jugendmannschaft hat nach einer durchwachsenen Vorrunde eine ausgezeichnete Rückrunde (fast nur Siege) hingelegt, die Spieler dieser Mannschaft sind heute noch ein Begriff im TSV-Fußball (eine Aufzählung würde zu weit führen).

Ab Mitte der ´70-Jahre hat Ufo dann zusammen mit Hans Gmeindl im TSV die vom Verband vorgegebene Neustrukturierung bzgl. der Unterteilungen im Jugendbereich in A-Jugend bis E-Jugend organisiert und entsprechend Kinder (Buam) angeworben, um diese Jugendmannschaften auch besetzen zu können. Zahlreiche Hausbesuche und Überzeugungsgespräche mit den Eltern waren erforderlich. So mancher heutiger Zuschauer wird das bestätigen können. Dass der Ufo und der Hans diese Gespräche ziemlich intensiv, emotional und gar unnachgiebig geführt haben sollen, ist nicht schriftlich belegt, sondern nur mündlich überliefert!!

Jedenfalls konnte der TSV alle Altersgruppen in der Jugend besetzen. Das war ein Meilenstein in der Entwicklung der Fußballabteilung des TSV Schnaitsee und ein großer Verdienst von Ufo zusammen mit Hans Gmeindl.

Diese Mannschaften brauchten auch geeignete Betreuer, die insbesondere der Ufo zur Mitarbeit in der Jugendabteilung motivieren konnte. Er kannte ja alle Fußballnarrischen und alle kannten ihn. Seinen Aufruf zur Mithilfe im Verein konnte man schwer abschlagen (Wen er sich einbildete, der musste zusagen!). Auch er selbst hat nicht nur A-Jugenden, sondern auch jüngere Jahrgänge (teilweise zusätzlich) trainiert.

Mit der A-Jugend erreichte er 1977 das Meisterschaftsentscheidungsspiel (leider „saublöd“ verloren) und 1985 holte er dann endlich den lang ersehnten A-Jugend-Meistertitel. Aus diesem Team ist dann die BZJ (Bierzeltjugend) entstanden, mit Ufo als Mentor, welche gesellschaftlich sehr aktiv war und  verschiedene Veranstaltungen in der Gemeinde organisiert hat.

Mehrere Jahre war Ufo auch als Trainer der Herrenmannschaften – Meisterschaft 1996 damalige C-Klasse (jetzt A-Klasse) – und auch als Jugendleiter und Abteilungsleiter engagiert.

Als Spieler war unser Ufo in der II. Mannschaft aktiv, früher „die Reserv“ genannt. In dieser Mannschaft hat Ufo als Mittelstürmer tatsächlich jede Menge Tore erzielt. Er war in der Sturmspitze sicherlich nicht der flinke Wirbelwind und auch nicht der begnadete Edeltechniker, aber er hatte Ahnung wie ein Fußballspiel läuft, wusste wo ein Stürmer zu „stehen“ hat und konnte situationsbewusst seinen „vollumfänglichen Körper“ erfolgsorientiert einsetzen. Schmunzeln ist hier unangebracht, es war für die gegnerischen Teams immer wieder ärgerlich, wenn der Ufo, unscheinbar und etwas füllig auftretend, ebenso gekonnt wie unaufgeregt einnetzte. Überschwänglicher Torjubel war ihm absolut fremd, das brauchte er nicht, er wusste ja auch so um seine Stärken.

Jedoch, was kaum mehr jemand weiß, Ufo hat seine Spielerkarriere als Abwehrspieler (Jugend, Anfangsjahre Reserve) gestartet und das mit Offensivdrang, nach dem Muster eines Paul Breitner. Als Verteidiger sind ihm einige Tore gelungen und wenn ein „sogenannter Dauer-Stürmer“ mal wieder für seine 6 oder 7 Saisontore gelobt wurde, hat er nur lapidar erwähnt: „So viele Tore hab ich schon als Verteidiger in einer Saison erzielt!“

Und schon wieder landen wir bei seinem unerschütterlichen Selbstbewusstsein. Der Gedanke der Unverzichtbarkeit war ihm durchaus zu eigen und so lief er selbst nach einer Kopfverletzung mit „Dieter-Hoeness-Turban“ wieder ein.

Ebenso wusste sich der Ufo in schwierigen sportlichen Lebenslagen zu helfen: Da wurde schon mal die Zugehörigkeit eines Spielerpasses zu dem entsprechenden Spieler etwas freizügiger ausgelegt oder bei einem Abendspiel „verschwand“ ein stark rotgefährdeter Spieler urplötzlich in der Dunkelheit. Wenn ein Schieri die Spielleitung leicht abweichend interpretierte, meldete sich der Ufo am Spielfeldrand gerne mit dem Spruch: „Schieri, a bissl konzentriern!“ – keine unverzeihliche Entgleisung, aber doch ein deutlicher Hinweis.

Zudem hat der Ufo sogenannte „Teambuildingmaßnahmen“ bereits organisiert, da hatte noch niemand nur die geringste Ahnung, dass man dafür einen so bärigen, echt bayerischen Begriff wählen kann.

Er hat halt einfach gemacht: Wanderungen zu den 7 Schluchten oder zur Schnaitseer Seenplatte wurden vorbereitet, Tischtennisturniere für die Jugendspieler abgehalten, oder er lud zum gemeinsamen Karteln ein. Ebenso war für Feierlichkeiten oft schnell ein Anlass gefunden, oder auch gar nicht nötig. Er hatte immer gute Ideen um die Jugendlichen und jungen Erwachsenen für den Fußball, den TSV Schnaitsee und die Gemeinsamkeit zu begeistern, für den einen oder anderen war er sogar eine echte Bezugsperson.

Manchmal hat er aber in seinen Aktivitäten und Entscheidungen etwas überzogen, erforderliche Absprachen innerhalb des TSV nicht getroffen und dadurch für Verärgerung gesorgt. Das konnte er dann oftmals nicht verstehen und auch nicht akzeptieren, er hat doch nur im Sinne des Fußballs, besonders im Sinne des Fußballs in Schnaitsee gehandelt und was sollte – nach seinem Selbstverständnis – daran schon falsch sein. Er hatte seinen „eigenen Kopf“ auf, welchen auch sonst, und in diesen waren andere, durchaus sinnstiftende Ansichten nur schwerlich zu platzieren. Hie und da musste bei Auseinandersetzungen die Tonlage doch etwas deutlicher werden.

Als Häuslwirt entwickelte sich unser Ufo immer mehr zur grauen Eminenz im TSV und da er dann mitten in den Diskussionen um Mannschaften, Trainer und den Fußball allgemein saß, war es immer wieder gut zu beobachten wie er, ohne offizielle Vereinsfunktion, Einfluss auf die Geschehnisse nehmen wollte. Er war halt ein interessierter TSV-Fußballer von Grund auf und durch und durch.

Zudem war er ein sehr engagierter Anhänger des FC Bayern und ein ausgezeichneter Kenner der Bundesliga- und Europapokalszene. Einen Tag vor seinem Ableben hat er noch mit einem seiner besten Freunde (bereits seit Jugendtagen) intensiv über seine Bayern in den ´70-ger Jahren debattiert. Das hatte ihm so richtig gutgetan! Was für ein herrlicher Abschied für unseren Ufo!!!

Mit „Ufo“ Josef Unterforsthuber hat unser Verein einen wichtigen Menschen verloren, der sich über Jahrzehnte für den TSV Schnaitsee, den Fußball und die jungen und alten Fußballer und Fußballerinnen eingesetzt hat und die meisten auch lange Zeit am „Ball halten“ konnte.

Ufo, mia sogn „Vergelt’s Gott“, dass du für uns da warst!

Sepp Schluck

Langjähriger fußballerischer Weggefährte

Kommentar

  1. Josef Deml

    Da Ufo war ein toller Mensch ,nicht nur seine Berichte über die Spiele waren immer toll zu lesen.
    Auch er hatte immer etwas anzumerken über Sachen im Fußball die er verbessern wollte!
    Es war immer schön nach einem Heimspiel zu ihm in das Vereinslokal zu gehen!
    Er hatte immer etwas zu erzählen wie es früher beim TSV war, was so manchen ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte!
    Er war ein ganz besonderer Mensch mit einer tollen Ausstrahlung!
    Ich kann es nicht glauben das du so früh von uns gegangen bist!
    Ruhe in Frieden!

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